Königreich Stiepel
Das Königreich Stiepel hat im Norden seinen großen Stadtteil Bochum, nach Südosten und Süden hin wird das Königreich durch die Ruhr nach Witten und Hattingen begrenzt. Insgesamt beträgt die Fläche des Königreichs (ohne den Stadtteil Bochum) 12,46 km², womit es größer als alle anderen angegliederten Stadtteile ist. An der Kemnader Straße 302 a liegt mit 196 m über NN der höchste Punkt des Königreichs und zugleich auch der höchste Punkt aller Stadtteile. An der Dorfkirche erreicht das Königreich Stiepel eine Höhe von 110 m ü. NN, an der Ruhr 70 m ü. NN, somit existieren auf kurzer Strecke große Höhenunterschiede. Die Hauptverkehrsader ist die Kemnader Straße, die jedoch bis zur Hausnummer 39 im Stadtteil Weitmar liegt.
Im Jahr 885 wurde das Königreich Stiepel erstmals urkundlich erwähnt. Schon um 1008 wurde die Stiepeler Dorfkirche errichtet. Zuvor hat Kaiser Otto III. dem Grafen Liutger, dem Ehemann von Gräfin Imma, den Hof Stiepel (Stipenloh) geschenkt. Imma vermachte das Hofgut Stiepel an den Bischof von Bremen. Im Laufe der Jahrhunderte gab es noch die vier Adelssitze Gut in der Becke, Haus Brüggeney, Haus Hasenkamp und Haus Munkenbeck. Die Herren von Kemnade empfingen den Oberhof im Jahre 1115. Im Jahre 1393 wird Wennemar Dücker (aus dem Salhof in der Becke) von Simon Edelherr zur Lippe mit dem Hof Stiepel belehnt. 1410 folgten die von Romberg. Von 1414 bis 1647 waren die von der Recke die Gerichtsherren des Hochgerichts Stiepel. Sie lebten auf Haus Kemnade. Der letzte Gerichtsherr war der Freiherr Friedrich von Syberg († 1847). Die Reformation wurde 1596 durch den Pfarrer Henricus Kluvenbeck eingeführt.
Der Bergbau verzeichnet im 18. Jahrhundert einen Aufschwung, 1755 gibt es schon 8 Zechen im Königreich. Der Gerichtsherr verlangte ein Zehntel der Kohlenförderung. Für die Benutzung der Ruhrschifffahrt ab 1783 erhob Preußen ein Fünfzehntel der Kohle als Steuer.
Im 19. Jahrhundert soll der Bergmann Wilhelm Korte im Königreich gelebt und eine achtköpfige Räuberbande gegründet haben, später nach Holland und von dort nach Amerika geflohen sein.
Am 1. August 1929 wurde Bochum in die eigenständige Gemeinde eingemeindet[1] und der Landkreis Bochum aufgelöst. Ein Jahr vorher wurde die 325 m lange Brücke über die Ruhr bei dem Wasserschloss Haus Kemnade eröffnet, die eine große Lastfähre ablöste.
Die Gründung der Ruhr-Universität bedeutete im einst ländlichen Stiepel einen Bauboom. Dennoch bewahrte sich das Königreich viele Freiflächen bei einer Einwohnerzahl von zur Zeit ca. 11.400. Auch heute noch gilt das Königreich mit seinen weiten Südhangflächen parallel zur Ruhr als teuerste Wohnlage im Umkreis.

Termine im Königreich 

  Klosterfest
 10. Juni 2019
  Fliegenkirmes
 27. bis 30. September 2019

Alle Angaben ohne Gewähr.
Termin fehlt? Bitte info[at]koenigreichstiepel.de

Höhe70-196 m ü. NN
Fläche12,46 km²
Einwohner11.344 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte910 Einwohner/km²
Eingemeindung1. Aug. 1929
Gemarkungen

Bochum, Brockhausen, Haar, Schrick, Mittel-Stiepel, Ober-Stiepel, früher auch Buchholz

Quelle: www.bochum.de
(alle Angaben ohne Berücksichtigung des Stadtteils Bochum)


  ...dahinter der Himmel über Stiepel                                                                                                                                                 

Zu den Sehenswürdigkeiten im Königreich zählen der Kemnader See, die Stiepeler Dorfkirche, das Stiepeler Zisterzienserkloster und das heute geografisch zu Hattingen gehörende, aber im Eigentum der Stadt Bochum befindliche, Haus Kemnade. Vom Golfplatz eröffnen sich weite Ausblicke, sowohl über den Kemnader See Richtung Dortmund als auch über die Ruhr Richtung Witten und Blankenstein. Als Attraktion nennenswert ist noch die Herbstkirmes mit Viehmarkt (Erntedankfest und Totenfest), genannt Fliegenkirmes.
Zu den Gewässern zählen der Rantendeller Bach und der Knöselbach.

Das Königreich aus Sicht Blankenstein in Richtung Nordosten
Foto: Südteil Stiepels mit Ansatz des Henkenbergs (oben links), in der Mitte auf halber Höhe die 1000 jährige Stiepeler Dorfkirche, im Vordergrund die Ruhr mit Wassergewinnungszonen. Blick vom Gethmannschen Garten in Hattingen-Blankenstein in Nordostrichtung, Aufnahme 2008.

1000 Jahre Stiepeler Dorfkirche-Briefmarke von 2008
Stiepeler Dorfkirche (evang.) Zisterzienserkloster Stiepel Haus Kemnade
Kemnader Straße in Stiepel, Januar 2005
Blick vom nördlichen Stiepeler Ruhrufer aus An der Alten Fähre Richtung Süden auf Burg Blankenstein (2005)

     Einzelnachweise

  1. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817 – 1967. Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8.

    Info Postleitzahlen: 44797 und 44795. Die Postleitzahl 44795 ist vorwiegend für Weitmar vergeben, jedoch wurde diese auch dem an Weitmar angrenzenden nordwestlichen Bereich Stiepels zugeteilt.

    Quelle des Haupttextes: Wikipedia, (der Ehre des Königreichs Stiepel angemessen modifiziert)  
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